Notfall

Keine Notfall-Apotheke im Kanton Schwyz

Unter „Erste Hilfe.ch“ ist im Internet zu lesen:
Der Kanton Schwyz ist ein Kanton mit Selbstdispensation der Ärzte, dh. ein Grossteil der verschriebenen Medikamente wird direkt durch die Ärzte abgegeben. Deshalb wird von den Apotheken kein Notfalldienst angeboten.

Herr X ist Asthmatiker. Die drückende Hitze, Wetterumschlag etc. erschwert ihm das Atmen in solchen Tagen. Gegen plötzlich auftretende, schwere  Atemnot hat er normalerweise einen Notfall-Spray, welchen er zeitweise ein paar Mal pro Tag benutzen muss.

Aber ausgerechnet an diesem Sonntag-Nachmittag ist dieser Spray plötzlich zu Ende. Im Internet sucht nun Herr X eine Notfall-Apotheke im Raum March-Höfe. Aber in sämtlichen relevanten Verzeichnissen wird darauf hingewiesen, dass es im Kanton Schwyz keinen Apotheken-Notfalldienst gibt. Die telefonische Auskunft bei einer 0800 Nummer ergibt, dass die nächste  Notfall-Apotheke in Thalwil sei. Liegt nicht gerade vor der Haustüre, besonders wenn man kein Auto hat und kaum hundert Meter gehen kann, ohne grosse Atemnot.

Herr X versucht es telefonisch mit der Notfallstation im Spital Lachen. Er erklärt kurz die Situation. Die nette Dame am Telefon frägt nochmals, was genau sein Leiden ist. „Asthma?“ sagte sie, „was ist das?“ Na ja, diese weitverbreitete Krankheit sollte man eigentlich kennen. Nochmals erklärt Herr X um was es sich handelt. Die Dame erklärt ihm, dass in der Notfallstation keine Medikamente abgegeben würden, sie verbindet ihn aber mit einem Arzt. Auch dieser weist ihn nach Rücksprache mit einem Kollegen darauf hin, dass keine Medikamente abgegeben würden. Eine direkte Behandlung in der Notfallstation  nützt aber nichts ohne Abgabe des Medikamentes, es hilft nur für kürzere Zeit. Die akute Atemnot kann sich aber noch plötzlich wiederholen.

Ohne das entsprechende Medikament könnte ein plötzlich auftretender, schwerer Anfall lebensbedrohlich werden. Falls sich die Situation beim Patienten verschlimmert, müsst er per Ambulanz in den Notfall eingeliefert werden und wird dort versorgt und gepflegt. Er bleibt dann vermutlich bis am Montag dort und kann gehen, wenn sein Zustand es zulässt.

Wäre es tatsächlich nicht trotzdem besser, dem Patienten den Notfall-Spray zu geben. Das Ganze würde kaum fünf Minuten dauern, dem Patienten ist geholfen und der Krankenkasse viel Geld gespart. Das gilt auch für andere Notfallmedikamente.
 

Es ist verständlich, dass man in einer Notfallstation an einem Sonntag keine Pflästerchen, Kopfweh-Tabletten, Hustensaft und sonstige Dinge für kleine „Wehwehchen“ bekommt. Aber wenn man mit der Abgabe eines Medikamentes einen bedrohlichen Zustand eines Patienten verhindern und der Krankenkasse viel Geld, sollte dies doch ausnahmsweise möglich sein. Besonders, wenn der Aufwand kaum fünf Minuten erfordert.  (Red.) 

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Kommentar von Urs | 24.08.2011
Typischer Schwyzer Schlendrian. Es wird erwartet, dass der Asthmakranke nach Zürich tippelt, am Bellevue gibt's sein Medikament während 24 Stunden...
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